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Bastelqueen

1. Februar 2014 by Ulrike Schomerus

Am Küchenfenster grüßt eine Tassengirlande. An der Terrasentür prangt eine Lebkuchenmännerparade. Im Kinderzimmer winken Schneemänner von der Fensterfront….. So, oder so ähnlich sah es vor etlichen Jahren in unserem trauten Heim aus. Die Kinderlein waren noch klein, begrüßten jedes neue Fensterbild mit Begeisterung und Beifall, und Mama wurde nicht müde immer wieder neue Dekorationen für die vielen Fenster zu gestalten. Der Vorrat an Tonkarton war nahezu unerschöpflich, es gab immer mehrere Tuben Bastelkleber im Haus und die Zahl der Bastelhefte wuchs ständig.

Nun, die Zeiten ändern sich. Auch das letzte Kleinkind wuchs heran, die Pubertät machte sich in den Kinderzimmern breit und die Begeisterung der Jungs über neue Fensterbilder erlosch beinahe schlagartig. Wenn ich ehrlich bin, belastete mich das nicht allzu sehr. Auch wenn ich viel ( eigentlich ständig   😉   ) gebastelt habe, meine Lieblingsbeschäftigung war es nicht gerade. Gerne habe ich die Bastelschere gegen meinen Füller und jede Menge Bücher getauscht. Dennoch sieht man mich neuerdings wieder nach Bastelkarton stöbern.

 

papier

 

Wie kommt´s?

Üblicherweise gibt es in meinem Lebe leichter Kurs, als kleine Motivation für die Teilnehmer, etwas das sie vor Augen haben lässt, wieviel Gewicht sie schon verloren haben. Im Herbstkurs gab es pro verlorenem Pfund einen Zapfen. Das passte in die Jahreszeit und ließ sich sicher prima in winterliche Deko einbauen. Gut, wir haben noch  so etwas Ähnliches wie Winter. Aber immerhin wird es Frühling sein, wenn der Kurs zuende ist. Da erscheinen mir Zapfen nicht mehr so passend. Was tun? Nach langem Grübeln entscheide ich mich: Für jedes abgenommene Pfund wird es ein hübsche Vögelchen geben, das in einen Zweig gehängt werden kann. Ich besorge mir eine Schablone, steuere den Bastelshop meines Vertrauens an und decke mich mit buntem Tonkarton und hauchdünnem Perlonfaden ein.
 
vorlagen
 
Mithilfe der Schablone zeichne ich viele, viele Vögelchen und noch mehr Flügelchen auf. Ich schneide alles aus und freue mich bei der Vorstellung wie die Vögelein demnächst an Zweigen in der Wohnstube meiner Kursteilnehmer hängen. Für mich bleiben gewiss auch noch ein paar übrig für meine eigene Frühjahrsdekoration.
 
schere
 
Gut gelaunt schnibble ich vor mich hin, klebe die Flügelchen auf und zähle die fertigen Vögel.
Ich stutze und rechne. Oh! Das könnte eng werden.    🙁
Ich will unbedingt, dass die besten aller Kursteilnehmer Erfolg haben. Ich habe sie angespornt gerade in der ersten Woche bloß nicht vom Weg abzuweichen. Ich gestatte ihnen täglich einen Blick auf meinen Teller. Ich will, dass jeder wenigstens ein erstes Vögelchen mitnehmen kann! Am besten sogar mehrere! Und am allerbesten von nun an wöchentlich!
 
fertige vögel
 
Bei 14 Teilnehmern macht das pro Woche wenigstens 14 Vögel. In der ersten Woche mit Sicherheit einige mehr. Erfahrungsgemäß auch in den darauf folgenden Wochen. Puh! Da habe ich mir aber was vorgenommen!    😀    Während ich inzwischen versuche jedes Vögelchen mit einem Perlonfaden zum Aufhängen zu versehen, der so dünn ist, dass ich ihn trotz Brille überhaupt nicht sehen kann, vermute ich, dass ich mich ein wenig überschätzt habe.
 
vogel
 
Ach was! Wenn die Kandidaten auf dem Weg in ein leichteres Leben auch nur ein wenig Freude an jedem gewonnenen Vögelein haben, lohnt sich der Aufwand! Und außerdem:
Ich gewinne auch!
Versuch mal etwas zu essen und gleichzeitig ganz ordentlich einen Vogel auszuschneiden oder einen unsichtbaren Faden einzufädeln. Unmöglich. Also kommt mir diese vorübergehende Verwandlung in eine Bastelqeen sehr entgegen , denn Ihr wisst ja: Ich sitze mit Euch in einem Boot und bin dankbar für jede Alternative zum Essen. ( Der gemeine Appetit lauert überall!)
 
strauß mitvögeln
 
Noch ein Wort an die allerbesten, motiviertesten Kursteilnehmer ever:
Ihr werdet verstehen, dass ich am Ende des Kurses keins dieser hübschen, kleinen Vögelchen mehr mit nach Hause nehmen möchte?!
Ihr wisst was Ihr zu tun habt.       😉
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