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  1. Gartenglück

    Juni 5, 2018 by Ulrike Schomerus

    Ich bin ein „Draußen-Kind“. Schon immer. Mit drei Jahren saß ich das erste Mal hoch oben im Kirschbaum und unsere Nachmittage verbrachten wir Rollschuh laufend, Fahrrad fahrend, planschend, Cowboy und Indianer spielend, auf der Wiese liegend… in unserem großen Garten. Ein Leben ohne Garten? Unvorstellbar!

    Wie gut, dass der Liebste und ich schon wenige Jahre nach unserer Hochzeit zu meiner Schwiegermutter ins Haus zogen und damit auch immer Zugang zum großen Garten der Oma hatten, der den Kindern reichlich Platz bot, selber Draußen-Kinder zu werden.     😉

     

     

    Die Oma wurde älter und überließ uns die Bestellung des Gemüsegartens. Was für ein Glück! Schon als Kind hatte ich zuhause ein kleines Beet für mich allein und zu beobachten wie der Same aufgeht, den ich eigenhändig gesät hatte und später die Ernte einzubringen war das Größte für mich.

    Unsere Familie wuchs. Die Oma schenkte uns die Hälfte ihres Grundstücks, wir bauten ein Haus und der Gemüsegarten blieb. Allerdings: Je größer die Familie wurde, umso weniger Zeit fand ich für den Garten. Schweren Herzens gaben wir den Gemüsegarten nach und nach auf und es gab mehr und mehr Rasenflächen zum Fußball spielen für die Jungs und nur noch ein paar Staudenbeete für Mama und Papa.

     

     

    Auch die kleinsten Kinder werden groß und ich nutzte die größer werdenden Freiräume für ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde und stundenweise Berufstätigkeit. Immer noch nutzte ich jede sich bietende Gelegenheit, um im Garten zu sein. Aber …

    …es zeigte sich mehr und mehr, dass etwas Entscheidendes fehlte. Ich wusste nicht was, es gab nur diese unbestimmte Sehnsucht. Bei einem Ausflug in den botanischen Garten Münster kamen mir im Küchengarten plötzlich die Tränen.

     

     

    „Ich möchte wieder in der Erde buddeln, selbstgezogenes Gemüse ernten und verarbeiten.“ Bevor ich das formulieren konnte, floss noch ziemlich viel Wasser den Rhein herunter.   😉

    Nun ist der Herzallerliebste nicht der größte Gemüsegartenfan. Außerdem hatte er Bedenken, ob es eine gute Idee wäre mit chronischen Rückenschmerzen auch noch einen Gemüsegarten zu versorgen.

    Aber, ich glaube ich hatte das an der einen oder anderen Stelle bereits erwähnt   😉   , der Herzallerliebste ist der beste aller Ehemänner und so erfüllte er mir meinen Herzenswunsch in diesem Jahr:

    Ich bin stolze Besitzerin eines Hochbeetes und dreier Spalierbäume!!!   😀

     

     

    Jeden Tag schaue ich mehrmals nach meinem Gemüse. Wir essen eigenen Salat und Spinat, naschen Radieschen zum Brot und ich bin total im Glück!

    Ulrike im Gartenglück sozusagen.   😉

    Ich staune darüber wie die Gurken ihre „Fühler ausstrecken, um sich am Rankgitter festzuhalten und wie jeden Tag die Gemüsepflanzen ein Stückchen größer werden. Ich beobachte wie sich aus den Blüten der Tomatenpflanzen über Nacht kleine Fruchtansätze bilden und bin verwundert wie rasant sich die Zucchinipflanzen entwickeln.

     

     

    Daneben freue ich mich weiter an meinen Rosen und am Quittenbaum, der voller Früchte hängt, sowie an der übrigen Blumenpracht.

    Gibt es etwas wundervolleres als einen Garten? Gibt es etwas, das mehr auf unseren Schöpfer hinweist?

    Wenn ich im Garten sein kann, dann jauchzt mein Herz dem Schöpfer zu:

    „Wie groß bist Du! Wie groß bist Du!“

     

     

    Jauchzende, gartenglückliche Grüße

    Ulrike

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